Archiv für Kategorie ‘Publikationen’

Mehr Schutz beim Online-Kauf von Konzertkarten

Dienstag, 12.Oktober 2010, 16:08
erstellt von Christina Finsel

vzbv geht erfolgreich gegen Klauseln vor, die Verbraucher benachteiligen

Gegen verbraucherunfreundliche Vertragsklauseln von Ticketshops im Internet ist der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vorgegangen. Im Rahmen des so genannten Internet-Sweep der Europäischen Union (EU) untersuchte er im Juni zwölf Webseiten von Konzertveranstaltern und -vermittlern. In elf Fällen leitete der vzbv Verfahren ein. Im Ergebnis müssen die Unternehmen zahlreiche Klauseln zum Vorteil der Verbraucher nachbessern.

Acht Firmen haben inzwischen Unterlassungserklärung abgegeben, in denen sie sich verpflichten, insgesamt 26 Klauseln nicht mehr zu verwenden. Diese hatten etwa beinhaltet, dass die Ticketanbieter keine Haftung für falsche Angaben auf ihren Internetseiten übernehmen. Andere schlossen die Rückgabe erworbener Tickets grundsätzlich aus. Weitere Klauseln räumten zwar den Verkäufern ein Rücktrittsrecht ein, nicht aber den Kunden. So stand es den Anbietern frei, vom Vertrag zurückzutreten, wenn der Kunde nicht binnen fünf Werktagen bezahlt hatte. Umgekehrt hatten die Käufer dieses Recht nicht, wenn sich die Zustellung der Tickets verzögerte. Außerdem beanstandete der vzbv eine Klausel mit einer zu kurzen Reklamationspflicht. Auch mit den gesetzlich erforderlichen Hinweisen zum Anbieter nahmen es einige nicht so genau. In zwei Fällen waren die E-Mail-Adresse oder das Impressum nicht oder kaum auffindbar.

In zwei Fällen hat der vzbv inzwischen Klage erhoben. Streitpunkt sind Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, bei denen es zum Beispiel um die Rückgabe oder Erstattung von Tickets geht.

Der Internet-Sweep vom 31.Mai bis 4. Juni 2010 ist eine europaweite Aktion, die in Deutschland vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in enger Zusammenarbeit mit dem vzbv und der Wettbewerbszentrale durchgeführt wurde. Der Sweep berücksichtigte relevante Webseiten, die Verbrauchern regelmäßig bei der Online-Suche angeboten werden.

(Quelle: www.vzbv.de)

Online-Umfrage zur Internetnutzung in der Eventbranche

Dienstag, 10.August 2010, 17:36
erstellt von Christina Finsel

Quelle: www.eveos.de

Auch für die Eventbranche nimmt die Bedeutung und Nutzung von Internetdiensten stetig zu. Ob zur Herstellung von Kontakten, für den Vertrieb oder zur Kundenpflege – die Nachfrage und nicht zuletzt der Druck Online-Marketing und Social Media auch bei Events einzusetzen steigen. Eine Anfang 2010 abgeschlossene und von eveos.de durchgeführte Online-Umfrage hatte genau dieses Thema zum Inhalt.

Positive Grundhaltung vs. tatsächliche Nutzung
In den Ergebnissen der Befragung wird eine prinzipiell positive Grundhaltung gegenüber Internetangeboten deutlich. 86% der Befragten sind bereits mit einer Website präsent und 77% empfinden spezielle Internetplattformen für die Branche als “sehr wichtig” und “wichtig”. Die Absicht verstärkt im Internet zu werben wird ebenfalls von insgesamt 46% bestätigt.

Interessant ist jedoch, dass sich auch deutliche Unterschiede zwischen der empfundenen Wichtigkeit des Internets und der tatsächlichen Nutzung innerhalb der Antworten finden lassen. So stehen neben den zuvor genannten 46%, die beabsichtigen vermehrt im Internet zu werben, nur 28%, die tatsächlich regelmäßig im Internet werben. Auch empfinden insgesamt 77% fachspezifische Internetplattformen als “sehr wichtig” und “wichtig”. Allerdings geben nur 46% an solche Internetplattformen regelmäßig zu nutzen.

Das persönliche Netzwerk ist das wichtigste Werkzeug
Trotz der hohen empfundenen Wichtigkeit von Internetplattformen, steht das Internet auch als Informationsquelle und Austauschmedium eher im Hintergrund. Aktuelle Informationen werden von 26% aus dem persönlichen Netzwerk und von 23% aus Zeitungen/Zeitschriften gezogen. Erst an dritter und vierte Stelle folgen Internetsuchmaschinen (18%) und Onlineangebote von Zeitschriften (11%). Der Austausch findet ebenfalls zu 35% im persönlichen Netzwerk und zu 25% bei persönlichen Treffen statt. Internetportale werden von nur 20% zum Austausch genutzt.

Blogs und Web 2.0 interessieren weniger
Überraschend ist auch, dass trotz der aktuellen Web 2.0 Entwicklungen weitere Internetpräsenzen von Dienstleistungsanbietern wie beispielsweise Blogs und twitter-Accounts von nur 6% als interessant empfunden werden. Die Mehrheit bevorzugt mit 24% die “Adresse” und “Kontaktmöglichkeiten” als wichtigste Informationen über den Anbieter.

Empfundene Mängel des Onlineangebots
Im Allgemeinen wird das derzeitige Internetangebot im Eventmanagement mit einer Mehrheit von 38% als “ausreichend” empfunden. Kritisiert werden ein Mangel an verbindenden Plattformen zwischen Dienstleistern und Auftraggebern (23%), das Fehlen von Plattformen auf denen man nach Angeboten suchen kann (19%) und auch professionelles Auftreten bezüglich Layout und Design (15%).

Schlussfolgerung
Schlussfolgernd aus den Ergebnissen, lässt sich eine Diskrepanz zwischen der positiven Einstellung gegenüber Internetangeboten und der tatsächlichen Nutzung im Eventmanagement finden. Die Mehrheit bestätigt innerhalb dieser nicht repräsentativen Befragung die Wichtigkeit, auch die Absicht Internetdienste zu nutzen und kann wahrgenommene Mängel benennen, nimmt Angebote aber tendenziell verhalten war. Besonders das persönliche Netzwerk und persönliche Treffen sind im Eventmanagement nach wie vor die wichtigsten Werkzeuge.

Erstaunlich ist die verhaltene Internetnutzung aber besonders vor dem Hintergrund, dass die Umfrage nur im Internet durchgeführt wurde. Somit hat sie mehrheitlich bereits im Internet aktive Teilnehmer erreicht. Eine Befragung über internetbasierte Kontaktmöglichkeiten hinaus, würde das Ergebnis wahrscheinlich noch signifikant verstärken.

Unbeantwortet und fast noch interessanter bleibt in diesem Zusammenhang jedoch die Frage nach dem Warum!